Ein Charakteroman zum Genießen

Seitdem ich meine Dissertation abgeschlossen habe, genieße ich wieder häufiger die Lebenskunst fiktiver Charaktere. Ein Buch, das sich sprachlich und menschlich als echter Genuss erwiesen hat, ist Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky.

Die Autorin zeichnet mit originellen Metaphern das Zusammenspiel zwischen runden Figuren, die von eigenwilligen Macken und herausfordernden Erfahrungen geprägt sind. Selma ist für sie der Dreh- und Angelpunkt, an dem die Fäden zusammenlaufen. Erzählt ist die Geschichte aus der Perspektive ihrer Enkelin.

Meine Quintessenz: Im Leben geht es vor allem darum, füreinander da zu sein. Aussehen spielt hier maximal eine untergeordnete Rolle, Leistung gar keine. Eine klare Leseempfehlung an alle, die sich für Charaktere interessieren. Denn obwohl Menschen sterben und zwischendurch ein Mord geplant wird, handelt es sich kein Stück um einen Krimi oder einen Action-Plot. In meinen Augen ist es auch nur bedingt ein Liebesroman, denn dabei denke ich allzu schnell an eine typische Romanze. Für mich ist es in erster Linie ein Charakterroman, den ich kaum aus der Hand legen wollte, weil mich die Personen so interessierten.

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