Breiten Sie Ihre Adler-Flügel aus!

Huhn oder Adler

Die Geschichte vom Adler im Hühnerhof

Die Geschichte vom Adler im Hühnerhof ist sehr bekannt. Hier ist sie für Sie zur Erinnerung in Liedform von Duo Camillo:


Ich habe den Eindruck, dass die Hühner in dieser Geschichte schlecht wegkommen. Um sie geht es nicht, das sehe ich ein. Trotzdem, der Bauer hält sie nicht zum Scherz …

Vom Wert erstklassiger Hühner

Es gibt überhaupt keinen Grund auf Hühner herabzusehen. Ich habe lange Zeit keine Eier vertragen und weiß, dass man auch ohne sie zurecht kommt. Aber es ist schön, wenn man das nicht muss. Hühner haben einen ganz praktischen Nutzen für uns. Sie liefern uns Eier oder sie brüten sie aus und sorgen für mehr Hühner. Selbst wer Hühner nicht wegen ihres Nutzens mag, kann sie als schöne oder besondere Tiere genießen.

Adler können wir als majästetische Tiere der Lüfte bewundern – wenn sie da sind, wo sie hingehören …

Adler: Maximal zweitklassige Hühner

Vögel die so tun, als wären sie ein Huhn, sind einfach albern. Auch und gerade, wenn es sich um Adler handelt. Klick um zu Tweeten Der Adler in unserer Geschichte kann nicht einmal etwas dafür. Er kennt es nicht anders. Er ist unter Hühnern groß geworden und ahmt sie nach. Nur: Die Nachahmung macht ihn nicht zum Huhn, da kann er picken, wie er will. Als Huhn ist er zweitklassig, wenn überhaupt. Er hat dort einfach nicht zu suchen, im Hühnerhof. Wir können ihm nur wünschen, dass er sich für seine Unfähigkeit, ein erstklassiges Huhn zu sein, wenigstens nicht schämen kann.

Kenne wir das nicht selbst? Versuchen wir nicht oft, den vermeintlich unumstößlichen Normen zu entsprechen? Die ‚richtige‘ Figur zu haben, die ‚richtige‘ Kleidung‘, das ‚richtige‘ Auftreten? Wie schnell glauben wir, als ganze Person nicht gut zu sein, wenn wir diesen Normen nicht entsprechen?

Wenn wir der Norm nicht entsprechen, könnte es auch sein, dass die Norm nicht uns entspricht. Klick um zu Tweeten Vielleicht sind wir im falschen Lebensraum unterwegs und jagen Idealen hinterher, die für uns alles andere als ideal sind. Und statt uns zu entfalten, machen wir uns klein und fühlen uns schlecht.

Die Flügel ausbreiten

In der Geschichte vom Adler ist es ein Fremder, der dem Vogel zeigt, wo er hin gehört. Der glaubt das erst nach mehrerern Anläufen. Manchmal brauchen wir andere Menschen, die uns sagen, was sie in uns sehen.

Wenn Sie sich zweitklassig fühlen, prüfen Sie doch einmal, ob Sie sich im passenden Lebensraum bewegen. Sind Sie am falschen Ort? Oder haben Sie vielleicht nur vergessen, Ihre Flügel auszubreiten? Oder machen Sie sich Sorgen, was die Hühner und der Bauer denken? Der Adler braucht mehrere Anläufe, bis er sich nicht mehr nach den Hühnern umsieht. Haben Sie ruhig etwas Geduld mit sich und probieren Sie sich aus.

Wann haben Sie den Eindruck „Jetzt bin ich in meinem Element“? Dann breiten Sie Ihre Flügel aus!

Autor: Lydia Girndt

Lydia Girndt ist Diplom-Psychologin, Beraterin und Autorin. Ihre Leidenschaft ist die Persönlichkeitsentwicklung.

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